Zeitparadoxon
Als Zeitparadoxon bezeichnet man einen unauflösbaren Widerspruch, der durch eine Zeitreise entstehen kann. Die daraus entstehenden Folgerungen können beispielsweise zur Entstehung eines Paralleluniversums, einer Zeitschleife oder zu noch drastischeren Geschehnissen führen, beispielsweise der Annihilation von Personen.
Klassisches Zeitparadoxon
Selbstnegierende Zeitreisen
Eine Zeitreise kann in der Vergangenheit dazu führen, dass die Zeitreise selbst nicht erfolgt. Nach einer erfolgreichen Zeitkorrektur in der Vergangenheit entfällt zum Beispiel in der geänderten Gegenwart der Anlass für die Zeitreise.
Dieses Zeitparadoxon wird üblicherweise in Form einer Erzählung, zum Beispiel als »Großvaterparadoxon«, geschildert. Der Nachteil ist, dass das Problem anhand eines derartigen hochkomplexen Geschehens kaum zu analysieren ist.
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Anders ausgedrückt: Die Zeitreise darf nicht stattfinden oder der Zeitreisende darf in der Vergangenheit nicht eingreifen, um nicht die eigene Existenz zu negieren.
Einfacher ist dagegen, einen anderen Ablauf der Ereignisse in Gang zu setzen:
Geschlossene Zeitschleifen
Bei einer geschlossenen Zeitschleife handelt es sich um eine Wirkung ohne vorhergehende Ursache.
Man stelle sich vor, ein Zeitreisender bringt eine Kurzgeschichte unbekannter Herkunft in die Vergangenheit. Von dort gelangt die Kurzgeschichte in die Zukunft und der Zeitreisende kann sie in die Vergangenheit transportieren. Die Zeitschleife ist zwar in sich konsistent, aber die Kurzgeschichte wurde von niemandem geschrieben.
Während eine Zeitmaschine es erlaubt, eine selbstnegierende Zeitreise zu unternehmen, ist eine Zeitmaschine zwar eine Vorbedingung zur Erzeugung einer Zeitschleife, sie genügt allerdings nicht, um eine Wirkung ohne Ursache - unsere Kurzgeschichte - zu erzeugen.
Insofern ist eine Wirkung ohne Ursache durch eine Zeitschleife sehr spekulativ.
Waylinkin erlebte, was passiert, wenn man sich durch eine Zeitschleife selbst beeinflusst: Das kausal beeinflusste Gebiet wird in eine Zeitschleife gerissen, aus der es nicht mehr entkommen kann. Das Geschehen vom Eintreffen des Zeitreisenden bis zur Beeinflussung wiederholt sich immer wieder. (PR 1203)
Duplikation durch Zeitschleife
Eine Zeitreise in die Vergangenheit kann den Energieerhaltungssatz verletzen. Dies kann sich, wie das folgende Gedankenexperiment zeigt, aufschaukeln.
Es ließe sich (technisches Wissen vorausgesetzt) sämtliche Materie des Universums mithilfe eines gigantischen Zeittransmitters in die Vergangenheit senden, wodurch auf einen Schlag die Materie in der Vergangenheit praktisch verdoppelt wird (vorhandene Materie in der Vergangenheit + Materie aus der Gegenwart), während in der Gegenwart die letzte Materie der Zeittransmitter selbst ist.
In der Vergangenheit ist die Materie nun zwar doppelt so viel, doch durch den natürlichen Ablauf der Zeit erreicht sie eines Tages die Gegenwart. Mithilfe eines gigantischen Zeittransmitters wird nun sämtliche Materie in die Vergangenheit geschickt, wodurch dort auf einmal die vierfache Menge an Materie vorhanden ist.
Dieses Beispiel mag übertrieben erscheinen, doch auch bereits eine einzige Zeitmaschine verletzt den Energieerhaltungssatz, da sie in der Gegenwart verschwindet (Energie in Form von Materie wird entzogen) und in der Vergangenheit auftaucht (Energie in Form von Materie wird hinzugefügt).
Nisel zeigte Perry Rhodan was geschieht, wenn man sich selbst in der Vergangenheit trifft: Zwei Wissenschaftler ließen sich vor den Augen eines Publikums mittels einer Zeitmaschine aus der Zukunft kommen. Das Ergebnis war, dass alle Personen und alle Materie ausgelöscht wurden, die durch diese Zeitreise kausal beeinträchtigt worden waren oder kausal zu ihr beigetragen hatten. (PR 1203)
Auflösungen von Zeitparadoxa
Paralleluniversen
Eine mögliche Auflösung von Zeitparadoxa ist die gleichzeitige Existenz unzähliger paralleler Universen.
Der Zeitreisende kommt bei der Zeitreise in einem parallelen Universum an. Dieses Universum spaltet sich durch seine Ankunft von der ursprünglichen Zeitlinie ab. In diesem parallelen Universum kann er die Vergangenheit ändern, ohne seine eigene Vergangenheit ungeschehen zu machen. Beim Tod des Vaters des Zeitreisenden in der Vergangenheit entsteht ein zweites, paralleles Universum. In diesem alternativen Universum verläuft die weitere Geschichte so, als habe der Zeitreisende nie existiert - der Mörder seines Vaters kommt ja aus einem anderen Universum.
Selbstkonsistenz
In diesem Lösungsansatz erzwingt ein übergeordnetes physikalisches Gesetz, dass eine Zeitreise zu einem selbstkonsistenten Ablauf führt.
Theoretische Physiker untersuchten selbstkonsistente Modelle anhand von selbstkonsistenten Bahnen von Billardkugeln in einem Billardtischuniversum mit Zeitreise.
Nach dieser Theorie ist der Versuchsaufbau des vereinfachten Gedankenexperiments mit Leuchtdiode, Zeitmaschine und Photozelle physikalisch unmöglich.
Nach der Theorie der Selbstkonsistenz ist es auch physikalisch unmöglich, den eigenen Vater/Großvater zu erschießen. Dies führt im Rahmen dieser Einbettung zu phantasievollen Ausschmückungen, wie zum Beispiel, dass aus Gründen der Selbstkonsistenz der Vater gar nicht der echte Vater gewesen ist, usw.
Siehe auch
Quelle
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